Sanierung, Erweiterung und Aufstockung eines Schuppen-Lauben-Wohnhauses.
DERZEIT IN BAU.
BAUSTELLE
ENTWURF
↓
GRUNDRISSE : Erdgeschoss | Obergeschoss
↑
COLLAGE VORENTWURF : Ansicht Straßenseite | Perspektive Innenraum EG
↓
DARSTELLUNGEN : Gartenseite
AUSGANGSLAGE
Die Annahme der neuen Eigentümer war, aus diesem einfach aber massiv gebauten Haus, läßt sich was machen. Mehr Wohnfläche im Erdgeschoss und an Stelle des Satteldaches mit den winzigen Kammern, ein richtiges ganzes Geschoss.
Der Grundsatz zu allem: Energieeffizienz und der Einsatz vom möglichst viel natürlichem Materialien.
Unterlagen zum Haus gab es keine, dafür aber Überraschungen bei der Bestandsaufnahme um so mehr. Das augenscheinliche Massivmauerwerk war ab der Sockeloberkante nur eine dünne Verblenderschicht. Dahinter standen genagelte Bretterwände, ausgedämmt mit etwas humusänlichem und mit tragender Funktion. Diejenigen Balken, die noch frisch aussahen, waren jedoch nur nachträglich angebrachte Dekoration. Das wenige wirklich massive Mauerwerk hatte für die Statik keinen Belang.
Wozu die Spiegel-Hi-Tec-Folien in den Decken diente, konnte nicht ermittelt werden. Dafür aber mindestens vier verschiedene Bodenaufbauten – mal mit, mal ohne Keller darunter. Diese jedoch ohne Türen, der Zugang ging durch kleine Lucken im Außenraum.
Die Geschichte des Hauses muß voll Baumaßnahmen sein. In jeder Ecke eine andere Situaton, alles zusammen, eine einzige undefinierbare Sonderkonsturktion.
KONZEPT
Welche Antworten kann es geben?
Wie so oft kann der Versuch, dem bestehenden Realen die eigenen Wünsche einfach aufzudrücken, (nicht nur hier) nicht funktionieren. Beides kann nur für sich bestehen – und zugleich aufeinander bezogen – zu einem neuen Zusammenspiel finden.
Sowohl die Erweiterung im Erdgeschoss als auch das neue Obergeschoss bilden eigenständige Konstruktionen und bleiben vom vorhandenen Gebäudebestand weitgehend losgelöst. Der Bestand bleibt strukturell nahezu unberührt – Neu und Alt unterstützen sich dort gegenseitig, wo es konstruktiv am sinnvollsten ist.
Diese Kontaktstellen werden nicht nach formalen Regeln gestaltet, sondern je nach Erfordernis und Situation individuell definiert. Die einzelnen Bauteile – die alten wie die neuen – unterstützen sich gegenseitig, ohne sich dabei von der jeweils anderen Logik abhängig zu machen.
Der gartenseitige Anbau steht konstruktiv für sich, wird jedoch über die instandgesetzte Kellerdecke eingebunden. Das Obergeschoss wird von einer eigenständigen Stahlstruktur getragen und belastet keines der bestehenden Fundamente. Die aufgelegte Vollholz-Deckenscheibe wird mit dem vorhandenen Mauerwerk zu einem aussteifenden System verbunden.
Die Kubatur bildet sich aus vorgefertigten Holz-Modulbauwänden. Diese sind mit Stroh gedämmt; das Sparrendach wird wieder vor Ort konstruiert.
Weder das Alte noch das Neue wird im entstandenen Gefüge in den Mittelpunkt gestellt. Ebenso wird nicht versucht, das Nebeneinander von Alt und Neu durch Vereinheitlichung zu negieren.
Bei aller Komplexität der Dinge und der Vorgänge in der Welt erscheint das formale Ideal, das Dogma, für (architektonische) Konzepte nur bedingt geeignet.
Bei dieser Bauaufgabe – wie überhaupt bei den meisten Problemen – steht im Vordergrund, wie Uneinheitliches anerkannt, wie Widersprüche ausgehalten, wie ungelöste Fragen besprochen und alles miteinander integriert werden kann.
RAUMPROGRAMM
➀ OBERGESCHOSS
Schlafzimmer
Ankleide
Bad Eltern
Kinderzimmer
Kinderzimmer
Bad Kinder
Flur
Ⓔ ERDGESCHOSS
Garderobe
Flur
Kochen Essen
Wohnen
Arbeiten
Speisekammer
Katzen/Wäsche
Gäste-WC
Garage/Hobby
.
m²
12,24
9,58
8,47
11,72
11,73
6,56
13,34
m²
7,29
7,77
25,44
19,23
7,34
5,97
5,25
4,11
32,30
BESTAND
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